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Informationen zu unserer Anti-Em-Kampagne! | #patriotismusfürnarsch | Mitmachen!

Wie sicherlich nicht an euch vorbeigegangen sein dürfte, steht einmal mehr die Herren-Fußball-EM vor der Tür - mitsamt sämtlicher unschöner Begleiterscheinungen, die Patriotismus an sich schon mit sich bringt, die jedoch durch die Allgegenwärtigkeit der überall sichtbaren hässlichen Fahnen noch verstärkt werden.

Wir haben darauf keinen Bock. Und ihr sicherlich auch nicht. Deswegen haben wir uns ein paar kleine Dinge überlegt, wie wir uns diese Zeit ein kleines bisschen nai$er machen können und wie ihr dabei mitmachen könnt. Die wesentlichen Punkte sind dabei Folgende:

1.: Online-Kampagne "#patriotismusfürnarsch"- MITMACHEN!

2.: Angebote für Workshops + Vorträge bei euch vor Ort

3.: Material

1.: Online-Kampagne "#patriotismusfürnarsch" - MITMACHEN!

Wir wollen in der EM-Zeit auf unseren Social-Media-Kanälen eine Mitmach-Bildkampagne fahren, bei der im besten Fall jeden Tag ein Bild samt Inhalt gedropped wird (Vergleichbar mit der Regierungstuerzen-Online-Kampagne vom Sommer 2014). Hier seid IHR gefragt!

Wir möchten von euch (gern auch zusammen mit Freund_innen, Eltern, Omas/Opas, etc.) ein Bild zugeschickt bekommen (Que[e]rformat), auf dem ihr euch in einer irgendwie gearteten Toilette (Normal, Dixi,..) befindet, dabei eine irgendwie geartete Deutschland-Flagge (Normal, ohne goldenen Streifen, als hässliche Brille/hässlicher Hut, ausgemalt, ausgedruckt,..) irgendwie präsentiert (Normal, funny, sehr gern auch einfach verkehrtrum) und einfach kreativ seid! Dazu teilt ihr uns in 2-3 Sätzen mit, was euch an Patriotismus so richtig 'anpisst'.

Wenn es so klappt wie wir uns das denken, werden die Bilder vom Design dann von uns vereinheitlicht und der kleine Text kommt direkt mit drauf. Und wir haben jeden Tag ein cooles Bild mit coolen Statements von coolen Leuten.

Außerdem wärs fein, wenn wir Vornamen (oder wenn ihr mehrere seid [Band, Skatecrew, ..] gern auch ne Art 'Crewname') und eure Heimatstädte bekommen könnten, die dann mit erscheinen würden. Wenn ihr euch irgendwas ausdenkt, werden wirs wohl nie herausfinden. Und wenn ihr drauf verzichtet ist es vollkommen understandable und k1 Hinderungsgrund. Hauptsache, wir getten funny Bilder! ;)

Wenn ihr uns euer Bild dann zusendet (besser per Mail an kontakt[at]linksjugend-sachsen.de als per FB) willigt ihr damit ein, dass wir es bearbeitet über unsere Kanäle publizieren können. Da das ganze Öffentlichkeitswirksam sein soll, wären Vermummungen eher uncool und unbrauchbar, Sonnenbrillen z.B. gehen aber vermutlich klar. (:

Lasst uns zusammen zeigen, dass Patriotismus verdammt scheiße ist! Die EM beginnt schon am 10.06., weshalb es wirklich cool wäre, wenn wir eure Bilder schnellstmöglich bekommen!

2.: Angebote für Workshops + Vorträge bei euch vor Ort

Quasi als kleinen Vorgeschmack für die neuaufgelegte Bildungsreihe, die euch bald präsentiert wird, bieten wir euch Möglichkeiten, zu verschiedenen Themen Referent_innen zu euch zu holen um somit in eurem Kuhnest eine coole Anti-EM-Veranstaltung mit ordentlich Input zu droppen! Wir legen euch diese Möglichkeiten wärmstens ans Herz, die Kosten für die Referierenden würden von uns getragen werden. Sicherlich kann leider nicht jeder Vortrag zu jeder Zeit an jedem Ort stattfinden, aber meldet euch fix und wir schauen, wie bei euch was cooles gestartet werden kann! Auch hier lautet die richtige E-Mail-Adresse wieder kontakt[at]linksjugend-sachsen.de

Wir haben zu bieten:

„The only good nation is imagination“ - Zu Geschichte, Theorie und Kritik des Nationalismus. Von Manu aus Plauen

„Nationalismus ist keine Alternative“ - stimmt. Nationalismus ist keine Lösung für irgendein gesellschaftliches Problem, liefert keine Antwort auf die dringenden Fragen, die sich uns im globalen Kapitalismus des 21. Jahrhunderts stellen. Doch warum erlebt der längst als veraltet und überwunden geglaubte Nationalismus gerade jetzt einen vermeintlichen Aufschwung auf der Straße und in den Forderungen politischer Bewegungen? Wie funktioniert Nationalismus als Herrschaftsinstrument? Aus welchen konkreten historischen und gesellschaftlichen Bedingungen heraus ist der Nationalismus entstanden? Und warum sollten wir dafür sorgen, dass er ganz schnell auf dem Müllhaufen der Geschichte verschwindet?


Antisemitismus und Fußball: Am Anfang war die Fußlümmelei und dann kam Rasenballsport Leipzig. Von Chucky aus Berlin

Eine Geschichte von Antisemitismus und Fußball muss mit dem Beginn des Fußballs in Deutschland beginnen: Während deutsche Männer in Turn und Sportvereinen turnten, waren Juden bei dieser sich auf den antisemitischen Turnvater Jahn berufenden Sportart nicht gern gesehen.

Diese Geschichte von Antisemitismus und Fußball muss dann – logischerweise – mit dem Nationalsozialismus weitergehen, in dem zum Beispiel die professionelle Spielkultur des deutschen Meisters von 1932 und seines jüdischen Präsident Kurt Landauers bekämpft wurde, um den in diesem Falle zu tiefst antisemitischen und antimodernistischen Amateuersport zu huldigen.

Diese Geschichte beinhaltet die Geschichte zwischen der deutschen Fußballnationalmannschaft und der israelischen Fußballnationalmannschaft als kickende Botschafter genauso wie die Geschichte der ‘“Judenclubs“ Ajax Amsterdam, Tottenham Hotspurs und Tennis Borussia.

Diese Geschichte erfährt eine gewaltige und auch gewaltätige Entwicklung, als deutsche Stadien in den 1980er Jahren von Hooligans dominiert werden und im Stadion das existiert, was nicht existieren darf: offener Antisemitismus.

Diese Geschichte modernisiert sich durch die Ultras, bei denen sich offener Antisemitismus in strukturellen Antisemitismus in der Feindschaft gegen den modernen Fußball, den FC Bayern München oder Rasenballsport Leipzig verwandeln.

Möglich am: 13.6 / 17.6 / 18.6 / 19.6 / 20.6 / 27.6 / 1.7 / 2.7. / 3.7 / 4.7

Der fußballerische Beitrag an der Wiedergutwerdung der Deutschen. Von Chucky aus Berlin

"54, 74, 90, 2006" sangen die Sportfreunde Stiller, bis sie sich - nach der Halbfinalniederlage - auf 2010 korrigierten. Als Deutschland dann 2014 doch noch Weltmeister wurde, gab das Versmaß eine weitere Korrektur nicht mehr her. Nichts desto trotz lässt sich mit dem Song der Sportis - wie sie ihre Fans liebevoll nennen - ein Phänomen überschreiben. Die "Wiedergutwerdung der Deutschen" (Eike Geisel) in 4 fußballerischen Akten. Vom "Wir sind wieder wer" (1954) über das "einer für alle, alle für einen" gelebt von Spielern die den Spitznamen "Terrier" trugen (1974) über den "Gesamtdeutschen Sieg" bis hin zur "Welt zu Gast bei Freunde" (2006). In diesem Vortrag soll der Prozess der "Wiedergutwerdung" an Hand der Entwicklung der Nationalmannschaft und dem ganzen drum herum erzählt und kritisiert werden.

Möglich am: 13.6 / 17.6 / 18.6 / 19.6 / 20.6 / 27.6 / 1.7 / 2.7. / 3.7 / 4.7

Wir haben schönes Begleitmaterial in Form von Flyern und Stickern produziert, damit ihr auch in der Öffentlichkeit spreaden könnt, dass ihr k1 Bock auf Fahnen und Fußballfaschos habt. Ihr könnte es jetzt für eure Ortsgruppen bei uns bestellen.

Pressemitteilung - Patriotismus? Für'n Arsch!

Linksjugend Sachsen kritisiert den allgegenwärtigen Partypatriotismus sowie die Patriotismus-Offensive der sächsischen CDU

Florian Paulig vom Beauftragtenrat der Linksjugend Sachsen erklärt dazu:

"Kennt ihr: ‚Wir sind Weltmeister!‘ Juhu! Aber halt: nein, ich nicht. Ich hab nicht auf dem Platz gestanden, keinen Ball gekickt, kein Tor geschossen. Das Einzige, was mich mit dem verbinden soll, ist, dass ich zufälligerweise im dem Land geboren worden bin, in dem ein Dachsportverband eine Mann*schaft zu einem Wettbewerb schickt. Nein, das ist kein „Wir“. Vor allen Dingen dann nicht, wenn ich beim Public Viewing vollkommen unkritisch neben Leuten stehen soll, die Montags das gleiche Wimpel zu einer Rassist*innendemo schleppen. Neben Leuten, die der ‚bunten Truppe‘ auf dem Platz zujubeln, solange sie schön Tore schießen, aber dann meinen, Menschen anderer Abstammung und anderen Glaubens vorschreiben zu wollen, wie sie zu leben, zu lieben, zu glauben und sogar zu essen haben. Nein, ehrlich: Ich bin nicht ‚wir‘!“

Mona Sabha, ebenfalls vom Beauftragtenrat der Linksjugend Sachsen fügt hinzu:

"Die Uni Marburg stellte in einer Studie 2006 fest: Ja, auch der so ungezwungene Partypatriotismus wirkt wie ein Katalysator für die Ausgrenzung und Abwertung vermeintlich Fremder in der Gesellschaft. Dumme Sprüche vom ‚Frankreichfeldzug‘ machen schon jetzt wieder die Runde. Rassismus, Antisemitismus, nationale Überheblichkeit bei Bierchen, Bratwurst und EM-Gucken bis hin zu tätlichen Übergriffen, weil jemand das falsche Mann*schaftsshirt anhat, wird nur allzu oft geduldet. Und wie immer zur EM kommt noch irgendwo ein*e CDUler*in aus dem Loch, um ‚patriotische Wallungen', kollektives Absingen der Hymne oder gemeinsames Fahnenwedeln zu fordern. Was zur Lösung der aktuellen Krise der Gesellschaft angeboten wird, ist bei genauerem Hinsehen eigentlich eine ziemlich gute Beschreibung für den Ablauf einer PEGIDA-Demo."

Die Linksjugend Sachsen hat auch zu dieser EM auf all das keine Lust! Deshalb haben wir eine kleine Kampagne unter dem Titel '#patriotismusfürnarsch' gestartet. Diese beinhaltet neben unserer bereits viel diskutierten Toiletten-Online-Fotoaktion eine Vortragsreihe zu Themen wie bspw. Antisemitismus im Fußball oder der Geschichte des Nationalismus, sowie verschiedene Infoflyer und Aufkleber."

 

Fahnenwedelei und Fußballwahn? Ohne uns. Patriotismus? Für'n Arsch!

weiterführender Link:
Sammlung und Bericht zu rassistischen Vorfällen während der Weltmeisterschaft 2014 (http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/rassismus-und-aggressiver-patriotismus-zum-wm-endspiel-das-finale-9581, 08.06.2016, 16,45).