Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

AKTUELLE TERMINE

Jetzt für Stipendium bewerben!

JUGENDBILDUNGSPROGRAMM DER RLS

Folge uns auf Facebook

TWITTER

Sorry, no feeds for me

Freies L(i)eben mit allen?!

Wir wollen mit Veranstaltungen, Aufklebern und Flyern verschiedene Probleme unserer komplexen Gesellschaft aufzeigen und definieren. Diese Kampagne soll ein Anfang sein, eingerostete Weltbilder über die Geschlechterrollen zu brechen. Dabei kannst du mithelfen - indem du dir bewusst machst, wie Aussagen und Handlungen über Menschen die nicht in die typischen Geschlechterrollen passen, wirken. Denn wir wollen ein freies L(i)eben mit allen!

Patriarchat ist ein Herrschaftsgefüge bei welchem Geschlecht, Alter und Sexualität als Einordnungskriterium in eine Rolle und damit in eine Hierarchie verwendet werden. Wir werden durch das Pariachat regelrecht dazu gedrängt ein bestimmte Identität und einen bestimmten Platz innerhalb einer Rangordnung einzunehmen. Das Wort Patriarchat meint für uns die Herrschaft des Männlich-Heteronormativen. Also Männlichkeit als Norm. Doch theoretisch könnte an deren Stelle genauso gut die weibliche Rolle als Norm stehen. 

Transphobie ist eine trans/gender (geschlechter)-feindliche Einstellung und Verhaltensweise gegenüber Menschen, deren äußerliches Geschlecht nicht dem selbst empfunden entspricht. Transphobe Reaktionen reichen von Pöbelein, Gewalt bis zu Mord. In Deutschland gilt Transsexualismus als eine psychische Störung, während in Großbritannien erkannt wurde, dass Geschlechter nicht nur körperlich, sondern auch im Gehirn bestimmt werden. 

Feminismus ist die Strömung innerhalb der Frauenbewegung, welche Diskriminierung und Benachteiligung der Frauen durch Veränderungen innerhalb der Gesellschaft abschaffen will. Dabei wird von feministischen Theoretiker_innen versucht, die heteronormative Gesellschaft zu analysieren um daraus Wege und Schritte zur Bekämpfung des Patriarchats abzuleiten. So ist die Feministin Judith Butler beispielsweise der Ansicht, das Tragen von bunten Haarspangen und anderen, als „weiblich“ geltenden Accessoires und Kleidungsstücken bei männlich definierten Menschen ein Paradoxon auslöse, wodurch die Heteronorm infrage gestellt wird und als effektive Kritik wirkt. Ziel der feministischen, und auch der queeren, Theorie ist es also die heteronormative Gesellschaft zu überwinden, sodass irgendwann alle Geschlechter und Lebensweisen gleichberechtigt sind.

Heteronormativität ist ein gesellschaftliches Ordnungssystem was davon ausgeht, dass sich jeder Mensch heterosexuell entwickelt und lebt. Abweichungen dessen, sind nicht erwünscht. Es ist zum Beispiel völlig normal, wenn sich Mann und Frau auf der Straße küssen, während zwei küssende Männer als besondere Erscheinungsform angesehen wird, die sich auch ablehnend oder im schlimmstes Fall gewaltvoll äußern kann.   

Sexismus ist die Diskriminierung von Menschen aufgrund einer von der Gesellschaft „zugeteilten“ Geschlechterrolle. Die davon ausgeht das es erstens nur zwei Geschlechter gibt und diese sich zweitens exakt mit den biologischen Geschlechtern decken. Sexismus ist also sowohl ein beknackter Spruch über einen Typen mit Haarspange, als auch wenn eine Frau für die gleiche Arbeit einen geringeren Lohn bekommt. 

Gender ist das sozial konstruierte oder psychologisch selbst gewählte Geschlecht eines Menschen ungeachtet biologischer Merkmale. Ein Großteil der Gesellschaft wird anhand biologischer Merkmale in die  Geschlechterrollen Mann und Frau eingeteilt und dazu gedrängt, diese sozial konstruierten Rollen zu leben, während es aber in Realität viele Lebensentwürfe mit verschiedenen Gender gibt. So ist bei transsexuellen und transgenderen Menschen das selbst gefühlte und gelebte Geschlecht entgegensätzlich dem biologischem Geschlecht und bei intersexuellen Menschen ist eine eindeutig biologische Ggeschlechterzuweisung nicht möglich, sodass hier einzig das Individuum selbst entscheiden muss, welches Gender es lebt oder nicht lebt. Aber der gesellschaftliche Zwang zur Zweigeschlechtlichkeit geht  heute leider immer noch so weit, dass „geschlechtsanpassende“, operative Maßnahmen bereits bei der Geburt intersexueller Menschen vorgenommen werden, sodass man gezwungen ist, dieses Geschlecht zu leben. 

Homophobie ist die Diskriminierung von homosexuell lebenden Menschen aufgrund ihrer von der „Heteronorm“ abweichenden sexuellen Identität. Homophobie ist es bereits, den Begriff „schwul“ als negativ und u.a. auch beleidigend zu verwenden und homosexuellen Menschen ein stereotypes Verhalten und Aussehen zuzuschreiben. Homophobe Reaktionen sind u.a. die Verwendung der Begriffe „schwul“ und „Schwuchtel“ als Beschimpfungen v.a. unter Jugendlichen, die Bezeichnung der Homosexualität als (heilbare) Krankheit durch religiöse Fundamentalist_innen, sowie sogar physische Gewalt bis hin zum Mord gegenüber homosexuell lebenden Menschen. 

 

  

Unsere Veranstaltungen

Leipzig: Die Auslöschung geschlechtlicher und sexueller Pluralität mit der europäischen Moderne

Am 09.07.12 um 18 Uhr im linXXnet, Bornaische Straße 3d

Seit der europäischen Moderne zeigt sich ein massives Streben nach geschlechtlicher und sexueller Eindeutigkeit und Widerspruchsfreiheit in Europa. Jeder Mensch sollte nun Mann oder Frau sein, sein sexuelles Tun vereindeutigte sich in starren Identitäten als hetero-, bi- oder homosexuell.

Diese Zusammenhänge hatte zunächst Michel Foucault herausgearbeitet. Er stellte dar, wie im Abendland zunächst durch das christliche Beichtgeheimnis das stete Sprechen über Sexualität angeregt wurde. Sexuelle Tätigkeiten wurden problematisiert und mussten dem Beichtvater in allen Einzelheiten geschildert werden.

Aber erst mit der aufkommenden Moderne etablierte sich die massive Verfolgung von problematisierten Sexualitäten – zunächst geschah dies unter „Sodomie“-Paragrafen. Tausende Menschen wurden so verurteilt. Mit dem 19. Jahrhundert setzte eine Medizininisierung ein, bei der zahlreiche sexuelle Verhaltensweisen und geschlechtliche Merkmale als „unnormal“ und „pathologisch“ dargestellt wurden.

Im Vortrag arbeiten wir auf, wie sich starre sexuelle und geschlechtliche Identitäten und Normen herausgebildet haben und wie davon abweichende Verhaltensweisen und auch körperliche Geschlechtsmerkmale in zunehmendem Maße als problematisch betrachtet und schließlich pathologisiert und getilgt wurden. Es wird der Frage nachgegangen, wie Europa toleranter gegenüber Mehrdeutigkeiten werden und dafür unter anderem aus anderen geographischen Regionen lernen könnte. Referent: Dr. Heinz Jürgen Voss

Leipzig: Entwicklung des CSDs - Kritik und Perspektiven

Am 11.07.12 um 18 Uhr im Wohn- und Kulturprojekt B12 (Braustraße 20)

Wer oder was ist eigentlich dieser Christopher und warum wird dem ein Tag gewidmet? Was wird an diesem Tag gefeiert? Genau darüber wollen wir mit euch reden und uns die Entstehung des CSD anschauen, betrachten welche Entwicklungen es gegeben hat. Auch notwendige Kritik und (unsere?) Perspektiven sollen nicht ausgelassen werden. Referenten: Nadja und Steffen von der Linksjugend Leipzig 

Leipzig: Homophobes Gesetzt in St. Petersburg / Russland und nun ?

Am 13.07.12 um 18 Uhr im linXXnet, Bornaische Straße 3d

Wolfgang Preussner vom LSVD Hamburg e.V. berichtet vom Fachkräfteaustausch im Rahmen der Städtepartnerschaft Hamburg- St. Petersburg. Vom Besuch der St. Petersburger_innen 2011 in Hamburg und vom Besuch in St. Petersburg 2011. Über das Leben der LGBTI vor dem Gesetz und jetzt mit dem Gesetz. Wir waren Live bei der Demo am 07.04 Day of Silence in St. Petersburg. Fotos und pers. Erlebnisse geben einen Eindruck über die Situation heute nach 3 Monaten nach  Inkrafttreten des Gesetzes

 

Unsere Aufkleberreihe (auch zum verbreiten)

 

 

 

Wir fordern!

  • Eine Loslösung vom Konstrukt der Vorstellung von zwei Geschlechtern
  • ein umfassendes europäisches Antidiskriminierungsgesetz
  • einen der Ehe gleichgestellten Rechtsstatus für alle Lesben, Schwule, Heteros und Mehrfachbeziehungen, langfristig die Abschaffung der Vergünstigungen für verheiratete
  • ein Adoptionsrecht zum Wohl des Kindes, egal, ob die Eltern lesbisch, schwul oder heterosexuell l(i)eben
  • eine soziale Grundsicherung, die Alleinerziehende nicht an die Armutsgrenze drängt
  • eine fächerübergreifende und diskriminierungsfreie Sexualpädagogik in der Schule
  • Akzeptanz aller Lebensentwürfe
  • eine konsequente Aufnahme von Flüchtlingen die wegen ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden.
  • Förderung von Projekten, die helfen, geschlechtsspezifische Rollenmuster und Stereotype aufzubrechen
  • eine Frauenquote in Politik und Wirtschaft

 

 

Weitere Positionen von uns findest du hier in unserem Landesjugendwahlprogramm von 2009. 

Wenn du dich bei uns einbringen möchtest, dann schreib uns doch an lak-gender[at]lists.linksjugend-sachsen.de oder komm zu einen unserer Treffen. Weitere Informationen bietet dir der Landesarbeitskreis Gender