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Eine demokratrische Schule für alle !

Bildung ist für uns ein Schlüssel zu Selbstermächtigung und Veränderung der Gesellschaft. Für uns ist die Schule keine Paukanstalt, sondern ein Ort, an dem jede_r in seinereigenen Entwicklung unterstützt wird.

Das heutige gegliederte Schulwesen hält einen großen Teil der jungen Menschen vom Bildungserwerb ab: 25 Prozent der Schüler_innen eines Jahrgangs können kaum oder gar nicht lesen und schreiben, 10 Prozent verlassen die Schule ohne Abschluss. Autoritäre Lernprozesse und hierarchisch organisierte Schulen verhindern die Mündigkeit von Schüler_innen anstatt sie zu fördern.

Für lebensnahe Bildung und die Möglichkeit, sich selbst in verschiedenen Rollen und gesellschaftlichen Bereichen auszuprobieren, treten wir für mehr Praxisbezug in der Schule ein. Jede_r Schüler_in sollte mindestens zwei Praktika für mindestens 4 Wochen im Rahmen ihrer Schulzeit absolvieren können. Wir stehen gegen jede weitere Schulschließung und für kurze Schulwege ein, denn es muss gelten: kurze Wege für kurze Beine. Das gilt auch für längere. Blockunterricht und frei zu gestaltende Zeit, Projekt- und Konzentrationsphasen sollen sich in einer Ganztagsschule für mehr selbstbestimmtes Lernen abwechseln.

Freie Wahl für alle

Uns ist wichtig, dass den Kindern aller Familien kostenfreier und bedingungsloser Zugang zu Bildung ab dem KiTa-Alter gewährt wird. Dazu zählen für uns zum Beispiel der kostenfreie KiTa-Besuch, die Abschaffung des gegliederten Schulwesens und die individuelle Förderung aller Schüler_innen in einer Schule, die freie Wahl der Lehr – und Lernmittel, eine kostenfreie Mittagsversorgung in KiTa und Schule und ein beitragsfreies Schüler_innen-Ticket.

Schule muss sich an die Stärken, Schwächen und Neigungen der Schüler_innen anpassen – und nicht anders herum. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, fordern wir die Rücknahme der Oberstufenreform an den Gymnasien, welche die Entscheidungsmöglichkeiten der Schüler_innen weiter eingeschränkt und das Kurssystem quasi abgeschafft hat. Alternativ fordern wir Wahlmöglichkeiten in Form eines Kurssystems in den ersten Schuljahren in anderer Form.

Kinderbetreuung von Anfang an

Nicht alle Elternhäuser können ihre Kinder gleichermaßen bilden und fördern. Hier ist gesellschaftliche Verantwortung gefragt, damit Kinder früh dazu befähigt werden, tolerant und sozial gegenüber anderen zu sein und zu handeln.

Die Kindertagesstätte ist ein wichtiger Abschnitt der individuellen Sozialisation. Sie sollte also nicht nur eine „Aufbewahrungsanstalt“ sein, sondern die Kinder sozial bilden und ihre Neugier am Lernen wecken. Deshalb fordern wir den Kindergarten mit freiem Zugang für alle, unabhängig von sozialen, körperlichen, seelischen oder herkunftsspezifischen Aspekten.

Zentrale Schulbildung

Bildungsföderalismus - und die damit verbundene Zersplitterung in 16 einzelne Schulsysteme – lehnen wir ab. Auch gegen starre Lehrpläne wehren wir uns und fordern auf Bundesebene festgelegte Rahmenbedingungen und inhaltliche Zielvorgaben.

Die Schule der Zukunft ist die Schule der Schüler_innen. Dies gelingt aber nur durch Mitbestimmung. Deshalb streben wir die radikale Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen und die Abschaffung der bestehenden autoritären Strukturen an. Demokratie an Schulen heißt für uns nicht nur Mit-Wirkung, sondern vor allem aktives Mit-Gestalten, das heißt: Schüler_innen und Lehrer_innen fällen gemeinsam Entscheidungen.

Mehr Mitbestimmung

Das Schulplenum als Versammlung aller Schüler_innen und Lehrer_innen ist dabei das höchste beschlussfassende Gremium einer Schule. Hier sollen Schüler_innen und Lehrer_innen gemeinsam mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Schulautonomie erhalten; im Besonderen bei der Vergabe der Mittel der Lerninhaltsgestaltung und bezüglich der Bildungsziele, aber auch in Fragen des gemeinsamen Umgangs miteinander.

Alternative Bewertungsmodelle

Jeder Schüler und jede Schülerin ist verschieden und kann deshalb in kein einheitliches Messsystem gepresst werden. Hier lehnen wir die Bewertung durch Noten ab, Noten sind nur Druckmittel, es geht dabei gar nicht um Lernen und Entwicklung. Stattdessen treten wir ein für alternative Bewertungsformen wie Lernentwicklungsberichte oder das Portfolioprinzip.*

* Schüler_innenleistungen werden in einer Mappe unkommentiert zusammengestellt. Auf diese Weise entsteht ein Eindruck in Begabungen und Fähigkeiten, ohne Vergleichbarkeit herstellen zu wollen.

Integration im Alltag

Wichtig sind uns außerdem umfassende Barrierefreiheit und die flächendeckende behindertengerechte Einrichtung der Schulen und Kindergärten. Zugunsten einer mit entsprechenden pädagogischen und finanziellen Mitteln unterstützten Integration im normalen Schulalltag fordern wir die Auflösung von Förder- und Sonderschulen.

Geschlechterrollen aufbrechen

Bildung kann und soll die vorgegebenen Geschlechterrollen aufbrechen und in Frage stellen. Nur so verhindern wir die Ungleichberechtigung der Geschlechter und die Fortschreibung der Unterdrückung Einzelner innerhalb ihrer Rolle auch im Bildungswesen.

Keine kommerzielle Bildung

Wir lehnen private und kirchliche Träger von Schulen ab, die zu kommerziellen oder religiösen Zwecken eigene Schulen betreiben. Freie Schulen, die alternative Lernkonzepte und eine mündige Auffassung gegenüber der Gesellschaft vermitteln, sehen wir als Motoren der öffentlichen Schulen und Alternativen zum derzeitigen Schulsystem; langfristig jedoch wollen wir eine freie Schule für alle, in der die Schüler_innen selbst ihre Lerninhalte bestimmen können.

Diese alternativen Schulmodelle sollen finanziell so ausgestattet werden, dass sie kein Schulgeld erheben müssen und somit keine Schüler_innen aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen werden können.

Religionsunterricht abschaffen

Wir folgen dem Grundsatz der Trennung von Staat und Kirche und fordern die Abschaffung des Religionsunterrichts in den Schulen und stattdessen die Einführung eines umfassenden philosophisch-ethischen Lernangebotes, das Bildung über die verschiedenen Religionen mit einschließt.

Wir fordern:

  • die Abschaffung des gegliederten Schulwesens und stattdessen die individuelle und selbst bestimmte Entwicklung aller Schüler_ innen in einer Schule für alle
  • Lehr- und Lernmittelfreiheit
  • die Abschaffung des Notendrucks durchalternative Leistungsbewertungen
  • die Rücknahme der Oberstufenrefom, die Einführung eines umfassenden Kurssystems an den Schulen und mehr Selbst- und Mitbestimmungsrechte für Schüler_innen
  • bedingungslosen Zugang zur KiTa für alle
  • kostenloses Mittagessen für alle beginnend mit der KiTa
  • ausreichende öffentliche Finanzierung der Bildungseinrichtungen
  • ein beitragsfreies Schüler_innenticket

Eine Hochschule für alle …

Hochschulen sind heute kein kultureller und kritischer Ort in der Gesellschaft mehr. Überall treffen wir auf Bildungsökonomisierung, verstärktes Dienstleistungsdenken und die Einschränkung unrentabler Wissenschaftszweige. Um dem entgegen zu wirken, streben wir nach einer Demokratisierung der Hochschulen und der Wissenschaft.

Selbstbestimmtes Handeln

Hochschulen gehören in die Hand von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter_innen. Die Aufgabe des Staates darf dabei nur die bedarfsorientierte Finanzierung der wissenschaftlichen Autonomie sein. Nur eine ausreichende Bildungsfinanzierung garantiert eine Drittmittelunabhängigkeit – und damit die Gewährleistung der Wirtschaftsunabhängigkeit der Hochschulen sowie den Erhalt der Sozialund Geisteswissenschaften als selbstkritische Instanz in der Gesellschaft.

Das bedeutet, dass alle Hochschulgremien prozentual zur Größe der betroffenen Mitgliedergruppen besetz werden. Des Weiteren müssen die Wahl des/der Rektor_in sowie grundsätzliche Entscheidungen über die Hochschulstruktur in einer Urwahl stattfinden – nach dem Prinzip „one woman – one vote.

Wegfall der Zulassungsbeschränkung

Durch den Numerus Clausus und nicht objektive Eignungsfeststellungsverfahren gibt es einen selektiven Zugang zu den Hochschulen. Zudem sind viele Studienbewerber_innen durch ihre soziale oder ökonomische Situation in der Entscheidung für ein Studium eingeschränkt. Der Zugang zu den Universitäten und Hochschulen muss in jedem Alter und unabhängig vom Berufs- und Schulabschluss möglich sein. Wir fordern deshalb die Abschaffung der Zulassungsbeschränkungen und stattdessen möglichst geringe Zugangsschwellen. Studieren soll zu jeder Zeit kostenfrei sein. Das gilt auch für die Bibliotheken, Lehrmittelkabinette, Labore, Sprachangebote, die Internetnutzung und die Freizeitanlagen.

Eine bessere Studienberatung in Schule und Hochschule und eine bedarfsorientierte Kapazitätsplanung sind für eine erfolgreiche Selbstverwirklichung von Nöten.

Reformen reformieren

Der deutsche Weg der Studienreform ist gescheitert, die geplante Internationalisierung der Studiengänge hat nicht stattgefunden. Leistungsdruck, fehlende Qualität und mangelhafte Angebote erschweren das Studium – und machen eine angemessene Partizipation an Hochschule und Gesellschaft nahezu unmöglich.

Wir wollen das ändern und stehen für ein offenes Europa, auch im Bereich der Hochschulpolitik. Unser erklärtes Ziel ist die echte Internationalisierung des Studiums. Wir wollen die Flexibilität und Mobilität von Studierenden verbessern, denn nur so ist der Blick über den Tellerrand möglich. Im Mittelpunkt stehen für uns deshalb die europaweite Anerkennung von Abschlüssen und erworbener Leistungen und eine weitestmögliche Selbstbestimmung bei der Organisation des Studiums.

Wir fordern die Abschaffung von Klausuren und Noten an Hochschulen und wollen stattdessen Prüfungsersatzleistungen zum Nachweis der Kenntnisse um wissenschaftliche Arbeitsweisen. Außerdem sind wir gegen Zwangsexmatrikulation und stehen für ein lebenslanges Lernen. Erwachsenenpädagogische Weiterbildung für Dozent_innen sehen wir als verpflichtendes Element zur Förderung der Qualität. Und wir wollen die Einheit von Lehre und Forschung garantieren, damit sich beide gegenseitig ergänzen und befruchten können.

Übergangshürden abschaffen

Viele Studierende klagen über die fehlenden Übergangsmöglichkeiten zwischen Fachhochschulen, Kunst- und Musikhochschulen sowie Universitäten. Wir wollen die Unterschiede zwischen den Hochschultypen abschaffen und kämpfen für einen vereinfachten Übergang zwischen den verschiedenen Lehrangeboten – verbunden mit der gegenseitigen Anerkennung aller Leistungen. Wir fordern außerdem die Abschaffung der Übergangshürden vom Bachelor zum Master. Wer sich bilden möchte, soll nicht blockiert werden. Das Gleiche gilt für Absolvent_ innen mit Promotionsabsichten – wer will, soll promovieren dürfen.

Studienfinanzierung unterstützen

Die Schwierigkeit, ein Studium zu finanzieren, trägt nicht selten zu einer prekären Situation der Studierenden bei: Die staatliche Unterstützung ist oft elternabhängig, zeitlich begrenzt, nicht für ausländische Studierende vorgesehen und wird bei einem Studiengangwechsel ganz gestrichen. Dem entgegen setzen wir unsere Forderung nach der Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens auch für alle Studierenden – und damit einer elternunabhängigen und nicht rückzahlbaren Ausbildungsförderung. Studienkrediten stehen wir generell kritisch gegenüber und fordern ihre sofortige Abschaffung.

Studentenwerke sollen als ausfinanzierter Anbieter sozialer und kultureller Angebote den Student_innen zur Seite stehen, besonders, wenn es um die Vereinbarkeit von Studium und eigener Lebenswirklichkeit oder Barrierefreiheit an den Universitäten geht. Kostenfreie und flexible Kinderbetreuung erachte wir hierbei als notwendige Voraussetzung.

Wissenschaft statt Ideologie

Auch an Hochschulen muss der Grundsatz der Trennung von Religion und Staat gelten. Das Fach Theologie ist eher eine ideologische Kirchenausbildung als ein wissenschaftliches Studium. Vornehmlich ist Theologie als Studienfach am Christentum orientiert, was eine einseitige Bevorzugung desselben darstellt. Um volle Gleichberechtigung zwischen den Religionen und gleichzeitige Trennung dieser vom Staat zu gewährleisten, soll Religion nur im konfessionell neutralen Fach Religionswissenschaft eine zentrale Rolle spielen. Das staatliche Bildungswesen soll kein Ideologieproduzent sein.

Geschlechterrollen aufbrechen

Die Geschlechterrollen einer Gesellschaft spiegeln sich auch an ihren Hochschulen wieder. Das zeigt sich zum Beispiel in typisch männlichen und typisch weiblichen Studienvorlieben wie Maschinenbau und Erziehungswissenschaften. Um dem entgegen zu wirken, streben wir eine Förderung der Auflösung klassischer Rollenverständnisse in wissenschaftlichen Disziplinen ebenso an wie die Förderung von Frauen in akademischer Laufbahn.

Wir fordern:

  • offenen, kostenfreien Zugang zu allen Hochschulen
  • elternunabhängige Ausbildungsförderung statt Studienkrediten
  • keine Privatisierung der Hochschulen und keine Stiftungsuniversitäten
  • die Schaffung eines europäischen Hochschulraums mit europaweit anerkannten Studiengängen und Abschlüssen und die Gewährleistung von europaweiten kostenlosen Studienmöglichkeiten
  • Auflösung klassischer Rollenverständnisse in wissenschaftlichen Disziplinen
  • die Förderung von Frauen in der akademischen Laufbahn
  • gute Vereinbarkeit von Studium und eigener Lebenswirklichkeit