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Morgen 18 Uhr in Chemnitz: Existenz- und Teilhabesicherung ? Mindestsicherung oder Grundeinkommen? http://t.co/TTV6RmhN
Bevor unsere Seminare zum Thema Drogen aufgezeigt werden, zeigen wir euch hier eine aktuelle Debatte über die Drogenpolitik in Leipzig
Zwischen Hilfe und Repression - Spannende Debatte über die Drogenpolitik der Stadt Leipzig
Am 11.05 fand im Rahmen einer Podiumsdiskussion eine spannende Debatte über den Konflikt von Suchthilfe und polizeilicher Repression statt. Eingeladen in den Leipziger Hauptbahnhof hatten das linXXnet und die Grünen Leipzig. Über 300 Menschen folgten der Diskussion. Wir haben es für euch aufgezeichnet, sodass ihr euch selbst ein Bild machen könnt.
Zwischen Hilfe & Repression - Teil 2
Rausch ohne Reue
Beim Thema Drogen steht der Staat oft recht hilflos da - und versteckt sich hinter einem pauschalen Verbot diverser Substanzen. Aber wir wollen nicht, dass der Staat den Menschen etwas vorschreibt. Deshalb stehen wir auch bei diesem Thema für Selbstbestimmung. Menschen berauschen sich. Aber sie tun es nicht, weil es vielleicht tödlich ist, sondern um eine bestimmte, meist erwünschte Wirkung zu erzielen. Genau darüber soll unsere Drogenpolitik aufklären.
Aufklärung statt Verbot
Gerade beim Thema Drogen steht der Staat oft recht hilflos da – und versteckt sich dann hinter einem pauschalen Verbot diverser Substanzen. Aufklärung? Weit gefehlt. Der Staat verteufelt lieber. Alkohol und Zigaretten sind gesellschaftlich tolerierte und staatlich legitimierte Drogen. Wenn Drogenberater_innen, Lehrer_innen, Eltern und Sozialarbeiter_innen davon sprechen, dass wir uns von Drogen fernhalten sollen, meinen sie jedoch meist illegalisierte Substanzen wie Cannabis oder Heroin. Doch diese Auffassung von Drogen ist verkürzt. Statt pauschal zu verteufeln, ist uns viel mehr daran gelegen zu prüfen, was die illegalisierten Stoffe mit den legalen Stoffen wie Koffein, Tabak, Alkohol, Arznei- und Heilmitteln gemeinsam haben. Unsere Stichworte sind hier Aufklärung und Information, die die jetzige Drogenpolitik jedoch nicht erfüllt. Unsere Forderung ist, dies zu ändern.
Selbstbestimmung gefordert
Uns ist bewusst, dass Drogen – gleich welcher Art – zu Abhängigkeit führen können. Wir wollen aber nicht, dass der Staat uns vorschreibt, was gut für uns ist. Wir wollen, dass die Menschen dies selber entscheiden können. Die Selbstbestimmung des einzelnen kann nur soweit gehen, dass die Selbstbestimmung von anderen nicht eingeschränkt wird (z.B. durch besoffen Autofahren oder jemensch anderem ohne dessen Wissen Drogen unterzujubeln). Denn nur eine informierte Gesellschaft kann selbstbewusst über den Einsatz und Konsum von Drogen entscheiden. Deshalb fordern wir eine umfassende Aufklärung und Information über die (Neben-)Wirkungen aller Drogen, zum Beispiel durch Erfahrungsberichte von Konsumenten – sowohl positive als auch negative. Wir wollen klarstellen, dass Sucht keine ansteckende Krankheit ist, die automatisch durch den Konsum bestimmter Substanzen ausgelöst wird. Denn Sucht hat immer verschiedene Ursachen, bei denen sowohl die Gesellschaft als auch das persönliche Umfeld und der psychische Zustand der Konsument_innen eine wesentliche Rolle spielen.
Flächendeckendes Drug Checking
Es ist Zeit für eine am Menschen orientierte akzeptierende und freiwillige Suchtbehandlung und -beratung und eine realistische Aufklärung über Drogen, damit nicht noch mehr Menschen sterben. Als erste Schritte fordern wir deshalb Pillenwarnungen und Drug Checking-Angebote, eine Methode, bei der Konsument_innen illegaliserte Stoffe auf ihre Inhaltsstoffe und Reinheitsgrade überprüfen lassen können – und so vor giftigen Stoffen und Überdosierungen geschützt werden. Wir fordern flächendeckende Drug Checking- Angebote, vor allem auch an Schulen und in Jugendfreizeittreffs. Neben diesem Drogenkontrollsystem sollten auch spezielle Drogenkonsumräume entstehen. Diese können dazu beitragen, dass sich Menschen keine Blutvergiftung zuziehen oder sich untereinander mit Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder HIV anstecken.
Information statt Werbung oder Verteufelung
Die bisherige Hatz gegen Junkies muss einer sachlichen frühzeitig einsetzenden Aufklärung weichen. Wir halten es aber auch für falsch, eine Substanz ohne alle ihre Wirkungen zu nennen oder zu beschreiben und treten deshalb für eine umfassende Information über alle Drogen ein. Wir wollen den selbstbestimmten Umgang mit Drogen ermöglichen und gesellschaftlich begleiten.
Wir fordern:
- die Entkriminalisierung von Drogenkonsument_innen, Produzent_innen und Händler_innen
- eine an Menschen orientierte, akzeptierende und freiwillige Suchtbehandlung
- die flächendeckende Einführung von Drug-Checking-Stores
- eine über Ursache und Wirkung aufklärende Suchtberatung
- die Freigabe bisher illegalisierter Substanzen und den Verkauf in lizenzierten Läden (ähnlich der coffee shops)








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