Coming Out – Deine Liebe ist Dein Leben
Liebe ist Privatsache. Für uns heißt das: Jede_r muss selbst entscheiden können, wie und mit wem er oder sie glücklich werden will – egal, ob männlich, weiblich oder irgendwie ganz anders. Keiner darf das Recht haben, da hineinzureden. Die Gleichbehandlung der Menschen darf keine Grenzen kennen. Das gilt auch für die von ihnen gelebten Geschlechterrollen. Und ganz besonders dann, wenn Menschen sich durch Begriffe wie „männlich“ oder „weiblich“ nur unzureichend oder gar nicht beschrieben fühlen.
Geschlecht ist nicht gleich Geschlecht
Wir fordern deshalb die Gleichstellung auf Grund der sexuellen Identität in Abgrenzung zum biologischen Geschlecht. Konkret bedeutet das für uns zum einen den Schutz vor Diskriminierung, Verleumdung und Mobbing und zum anderen die rechtliche Gleichstellung z.B. beim Adoptionsrecht für homosexuelle Paare. Wir betrachten den Zugang zu allen gesellschaftlichen Ressourcen und Rechten aller Menschen als eine Querschnittsaufgabe, die in jedem politischen Konzept, bei jeder staatlichen Maßnahme und bei jedem Entwicklungsschritt zu berücksichtigen ist.
Akzeptanz aller Lebensentwürfe
Die Gleichstellung aller Lebensweisen bedeutet für uns aber nicht nur juristische Gleichberechtigung, sondern die faktische Gleichbehandlung und Gleichstellung der Geschlechter in allen Lebensbereichen. Ziel dieser Gleichstellung soll eine Gleichbehandlung der Geschlechter sein, damit in Zukunft keine unmittelbare oder mittelbare Diskriminierung auf Grund des Geschlechts geschehen kann.
Bisher müssen Lesben, Schwule und Menschen, die zwischen den Geschlechtern stehen, damit rechnen, benachteiligt, beschimpft oder (im schlimmsten Falle) sogar zusammengeschlagen zu werden. In einigen Ländern der Erde droht ihnen sogar die Todesstrafe. Mit unserer Politik wollen wir uns dafür einsetzen, dass diese Diskriminierung ein Ende hat – zum Beispiel, indem der Freistaat Sachsen eine Vorreiterrolle bei der Aufnahme von Flüchtlingen übernimmt, die wegen ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden.
Abschaffung der traditionellen Form der Ehe
Wir fordern die Abschaffung der traditionellen Institution „Ehe“. Stattdessen fordern wir für die Bundesrepublik Deutschland einen der Ehe gleichgestellten Rechtsstatus, der allen Menschen und ihren Gefühlen füreinander offen steht. Zudem fordern wir die Abschaffung aller Vergünstigungen für die Ehe und stattdessen das Zeugnisverweigerungs- und Krankenhausbesuchsrecht für alle Liebenden - auch für jene, die nicht heiraten wollen.
Europaweites Gesetz gegen Diskriminierung
Nicht nur hier in Deutschland, sondern in ganz Europa brauchen wir ein umfassendes Gesetz, das sich ausdrücklich gegen Diskriminierung ausspricht. Dieses Antidiskriminierungsgesetz soll alle Gründe erfassen, aus denen Menschen Benachteiligung droht – angefangen bei Geschlecht und sexueller Orientierung bis hin zu Behinderung, Religion, Hautfarbe und Herkunft.
Auf Landesebene, also in Sachsen, setzen wir uns für eine Gleichstellungsbeauftragte ein, die die Aufgabe hat, ein umfangreiches lesbischschwules und Transgender-Beratungsnetzwerk zu unterstützen, dass antisexistisch, antirassistisch und antifaschistisch wirkt.
Beratung und Barrierefreiheit für alle
Flächendeckend in Sachsen wollen wir den Erhalt und die Neugründung von Beratungsstellen zur L(i)ebensberatung fördern, denn junge Menschen müssen in Notsituationen Anlaufstellen haben, die konkrete Hilfe bieten. Die landesweite Förderung von Projekten, die helfen, geschlechtsspezifische Rollenmuster und Stereotype aufzubrechen, liegt uns ebenfalls am Herzen.
Wir fordern weiterhin Barrierefreiheit für alle Menschen, um gleichberechtigte Teilhabe und Mitwirkung in allen Lebensbereichen sicherzustellen. Dies gilt für bauliche und räumliche Barrieren ebenso wie für kommunikative und informationelle Barrieren (Blindenleitsysteme, Präsentationen von Verwaltung und Regierung mit Gebärdensprachnutzung und Blindenschrift etc.) als auch für Mobilitätsbarrieren (barrierefreie Mobilitätsketten im öffentlichen Personenverkehr und bei der Bahn etc.).
Wir fordern:
- ein umfassendes europäisches Antidiskriminierungsgesetz
- einen der Ehe gleichgestellten Rechtsstatus für alle Lesben, Schwule, Heteros und Mehrfachbeziehungen
- ein Adoptionsrecht zum Wohl des Kindes, egal, ob die Eltern lesbisch, schwul oder heterosexuell l(i)eben
- eine soziale Grundsicherung, die Alleinerziehende nicht an die Armutsgrenze drängt
- umfassende Barrierefreiheit für alle, um Teilhabe in allen Lebensbereichen der Menschen sicherzustellen
- eine fächerübergreifende und diskriminierungsfreie Sexualpädagogik in der Schule







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