Die neue PISA-Studie bescheinigt Deutschland wieder Ungerechtigkeiten im Bildungssystem, denn immer noch entscheidet die soziale Herkunft über das Bildungsniveau.

Von Jahr zu Jahr werden die Stimmen lauter und die Probleme der Bildungspolitik werden immer erdrückender. Investitionsstau an Schulen, Lehrer_innenmangel überall, fehlende Partizipationsmöglichkeiten usw. Die Missstände werden immer drängender. Das ganze System krankt dabei schon daran, dass Menschen mit Eintritt in jegliche Bildungsinstitution – egal ob Kindertagesstätte, Grundschule, Gymnasium, Oberschule, Berufsschule oder Hochschule – nicht als Mensch mit individuellen Bedürfnissen, Kompetenzen und Persönlichkeiten begriffen, sondern geradezu als nicht selbstständig handelnde Objekte der ökonomischen Verwertungslogik behandelt werden. Dies läuft unserer Vorstellung von emanzipatorischer Bildung konträr entgegen. Bildung heißt für uns eben nicht, Menschen in Institutionen zu pressen, um sie letztlich als für die Wirtschaft passende Wesen herauszuspucken. Unser Bildungsbegriff fußt daher auf drei Säulen: Wissensvermittlung, Kompetenzentwicklung und Persönlichkeitsentwicklung. Die derzeitige Bildungspolitik beschränkt sich hierbei aber nur auf den Punkt der Wissensvermittlung und schenkt den anderen Säulen keinerlei bzw. kaum Beachtung. Es wird somit deutlich, dass es eine radikal umgedachte Bildungspolitik auf allen Ebenen braucht, sodass Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass sich Menschen zu selbstständigen, kritisch denkenden Individuen entwickeln können.

Zunächst müssen die Selektivität bei der Zugänglichkeit der Schulen aufgehoben und alle Schulen in ökonomischer, politischer, sozialer und kultureller Hinsicht frei zugänglich gemacht werden. Dies gilt im Sinne des lebenslangen Lernens auch für Abschlüsse auf dem zweiten Bildungsweg und ebenso für Fort- und Weiterbildungsangebote, beispielsweise an den Volkshochschulen. Wir lehnen daher die jetzige Form des Bildungsföderalismus ab und setzen uns für bundeseinheitliche Schulformen und Prüfungssysteme ein. Damit geht auch einher, dass das Kooperationsverbot im Grundgesetz aufgehoben wird, sodass sich der Bund auch finanziell an bildungspolitischen Problematiken beteiligen kann – wie beispielsweise beim akuten gewordenen Investitionsstau von Schulen. Weiterhin ist es absurd, dass an den Grund- und Oberschulen weniger Geld pro Schüler_in ausgegeben wird und Grund- und Oberschullehrer_innen schlechter bezahlt werden als ihre Kolleg_innen an den Gymnasien und Förderschulen. Auch der flächendeckende Einsatz von Schulsozialarbeiter_innen und Schulpsycholog_innen ist längst überfällig.

Deswegen fordern wir u.a.:

Komplett kostenfreie KiTa-Plätze sowie die Aufwertung des Erzieher_innenberufs

Eine Schule für alle

Inklusive Bildung und Abschaffung sogenannter Förderschulen

Gemeinsames Lernen bis zur 10. Klasse in wohnortnahen Bildungszentren

Bessere Betreuungsschlüssel in KiTas und Schulen

Kostenloses Schüler_innen-Ticket

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