Eine Schule für Alle!

Die Abschaffung des gegliederten Schulsystems ist für uns ein elementarer Bestandteil hin zu einer emanzipatorischen Bildung. Wir wollen weder ein pseudoelitäres Gymnasium noch eine Stigmatisierung durch Ober- oder Förderschule. Die Trennung nach der 4. Klasse sorgt nicht für eine optimale und differenzierte Förderung, sondern lediglich für eine verstärkte soziale Separierung der Gesellschaft. Darüber hinaus ist es schlicht und einfach absurd: Die Bildungsempfehlung erfolgt für den größten Teil der Schüler_innen willkürlich. Viele Potentiale werden erst im Laufe der Zeit sichtbar und die Noten sind für eine eindeutige Zuordnung zu einer Schulform in den häufigsten Fällen nicht aussagekräftig. Da die Schulbiografie die Schüler_innen das ganze Leben lang begleitet und prägt, werden ausgerechnet die Jüngsten unter Druck gesetzt, anstatt ihnen ein angstfreies Lernen zu ermöglichen. Wir wollen daher ein gemeinsames Lernen an einer Schule bis zum angestrebten Schulabschluss, mindestens also bis zur 10. Klasse. Ersetzt werden sollen die bestehenden Schulformen durch eine Gesamtschule für alle. Wir wollen keine soziale Auslese, sondern das gemeinsame Lernen der Schüler_innen fördern. Dabei sind Hilfestellungen unter den Schüler_innen keine Einbahnstraße, sondern festigen das Wissen der Helfenden und fördern die sozialen Kompetenzen. Um den unterschiedlichen Begabungen, Fähigkeiten und Interessen der Schüler_innen Rechnung zu tragen, soll innerhalb der Gesamtschule differenziert werden. Vertiefte Kenntnisse in Rechnen, Schreiben und Lesen helfen ohnehin allen, um einen eigenständigen Zugang zur Gesellschaft zu erlangen. Alles andere soll jedoch über Neigungswahl und unter Mitbestimmung der Lehr- und Lerninhalte innerhalb einer Schule gestaltet werden können, individuell und selbstbestimmt.

Deshalb freuen wir uns sehr, dass der Volksantrag für längeres gemeinsames Lernen nun bald (in den nächsten 6 Monaten) im Landtag behandelt werden muss.
Besonders gespannt sind wir, wie sich die GRÜNE Landtagsfraktion Sachsen – saxgruen und die SPD-Fraktion Sachsen verhalten werden, da diese zusammen mit uns Unterschriften für jenen Volksantrag gesammelt haben, jetzt jedoch mit der CDU in Koalitionsverhandlungen stecken, welche die Gemeinschaftsschule ablehnt.

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