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Wer hat der gibt Leipzig

August 21 @ 13:00 - 16:30

Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten!
Kaufe ich mir ein Haus in der Beethovenstraße, in der Brandstraße oder doch auf den Bahamas?
Welche meiner Armbanduhren trage ich heute beim Brunch mit Christoph Gröner?
Und sollte ich meine Anteile an Vonovia verkaufen?
Kommt dir bekannt vor? Uns auch nicht!
Unsere Lebensrealität dreht sich nicht um Privatjets, Steuertricks und Spenden-Galas. Reiche können sich solche Fragen stellen, weil wir für sie arbeiten gehen. Die soziale Ungleichheit ist in unserem Wirtschaftssystem vorprogrammiert: die Reichen werden durch unsere Arbeit immer reicher. Wir erwirtschaften ihr Vermögen in Fabriken und Büros, die ihnen gehören. Wir fahren Pakete und Essenslieferungen aus, an denen sie verdienen. Wir zahlen horrende Mieten in Wohnungen, in denen sie ihr Geld anlegen.
Gleichzeitig leiden wir unter einem zusammengekürzten Gemeinwohl – kaputte Straßen, baufällige Schulen, krisenanfällige Gesundheitsversorgung. Es mangelt an öffentlichen Geldern, obwohl wir alle immer mehr Steuern bezahlen. Die Vermögen von Reichen werden hingegen nicht effektiv besteuert, die aktuelle Politik ermöglicht stattdessen Steuerlücken und Betrügereien. Reiche können ganze Konzerne und Millionenbeträge an ihre Familien vererben, ohne ausreichend besteuert zu werden. Die Regeln im Kapitalismus-Game sind offensichtlich: Das Geld fließt immer von arm zu reich, eine Umverteilung findet von unten nach oben statt.
Die Folgen: in Deutschland besitzen aktuell 45 Hyperreiche so viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Bevölkerung! Weltweit besitzen 1% der Weltbevölkerung die Hälfte des globalen Vermögens. Das Vermögen der Reichsten wächst und wächst, während das Vermögen der meisten Menschen stagniert. In der aktuellen Politik ist kein Wille erkennbar, an den Ungerechtigkeiten der Verteilung von Reichtum etwas zu ändern, weder national noch global.
Dass die Politik nicht auf den Abbau von sozialen Ungleichheiten und eine gute Zukunft für Alle ausgerichtet ist, zeigt sich auch am Umgang mit der Klimakatastrophe. Ein Großteil der deutschen CO2-Emissionen geht auf das Konto der Reichen, wie aktuelle Studien belegen. Während die Folgen der Erderhitzung wie Sturmfluten, Dürreperioden und Überschwemmungen vor allem die Ärmsten der Welt treffen, haben die Reichen genug Cash, um sich dem Klimawandel problemlos anzupassen. Wenn das Ferienhaus auf Sylt untergeht, kann immer noch im Luxusanwesen im Alpenvorland entspannt werden. Anstatt der Klimakatastrophe mit effektiven Maßnahmen zu begegnen, handelt die Politik weiter im Interesse klimaschädlicher Konzerne und der Reichen. Sie stimmt dem Ausbau von Flughäfen wie dem LEJ zu riesigen Luftdrehkreuzen zu und scheißt damit auf die Gesundheit und Lebensqualität der umliegenden Bewohner*innen. Sie hat kein Problem mit dem Wegbaggern ganzer Landstriche und Dörfer zum Kohleabbau. Zum Ausgleich schmückt sie sich mit Scheinlösungen – wie einem viel zu späten Kohleausstieg – und tritt damit die Freiheitsrechte zukünftiger Generationen mit Füßen.
Die Pandemie hat die sozialen Ungleichheiten noch weiter verstärkt. Menschen wurden an ihre Belastungsgrenzen getrieben und in Existenznot gebracht. Sie haben ihre Jobs verloren oder weniger verdient und mussten sich trotzdem ihre Hygiene- und Schutzartikel selbst kaufen. Die notwendige Schließung von Kitas und Schulen führte durch die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice zu Mehrfachbelastungen vieler Menschen. Zudem leiden besonders diejenigen von uns, die schon massive Benachteiligungen durch rassistische, sexistische oder andere Arten der Diskriminierung erfahren. Egal, ob an der Kasse oder auf dem Feld, ob als Fahrradkurier*in oder Reinigungskraft: Die Ausbeutung erweist sich dort als besonders ergiebig, wo sie auf die Not gesellschaftlich Benachteiligter trifft.
Zeitgleich wuchs das Vermögen der deutschen Milliardär*innen während der Pandemie um 22%, das sind unvorstellbare 100 Milliarden Euro! Wer hatte, bekam noch mehr. Und es wird nicht besser: die kommende Regierung wird sich jemanden suchen, der die Kosten der Krise bezahlen muss – Schuldenbremse sei dank. Wir müssen uns nichts vormachen: Es ist zu befürchten, dass wir die milliardenschwere Corona-Rechnung begleichen sollen. Aber warum sollten die geben, die ohnehin schon kaum etwas haben? Wir sagen: wer hat, der gibt! Die Reichen sollen für die Corona-Krise bezahlen.
Selbst wenn die Corona-Krise überwunden ist, ist es die soziale Krise noch lange nicht. Durch eine Rückkehr zur „Normalität“ kehren wir zurück in eine Welt der Probleme und Ungerechtigkeiten. Dieser Welt der Reichen, in der nur Wenige profitieren, stellen wir unsere Welt der Vielen entgegen: der Angestellten und Arbeiter*innen, der Prekären, der Migrant*innen, der Illegalisierten und Marginalisierten, der Queers, der Studierenden und Rentner*innen, der Be_hinderten, der Überflüssigen, der Freaks und Künstler*innen.
Wir können uns die Reichen und ihren exzessiven Lebensstil nicht mehr leisten!
Kommt am 21. August um 13 Uhr auf den Augustusplatz!
Holen wir uns, was uns zusteht – laut, schrill, bunt und wild!
Beachtet bitte die geltenden Corona-Schutzbestimmungen. Tragt euren Mundnasenschutz und achtet auf Abstände, denn wir möchten, dass sich alle sicher fühlen.

Details

Datum:
August 21
Zeit:
13:00 - 16:30
https://t.me/whdg_le

Veranstaltungsort

Augustusplatz
Augustusplatz
Leipzig, Sachsen Deutschland
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Veranstalter

Wer hat der gibt
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