Drogenpolitik

Die Linksjugend [’solid] Sachsen fordert langfristig die Legalisierung aller Drogen. Dafür bedarf es vielfälltiger Maßnahmen, mit denen ein sicherer und verantwortungsvoller Drogenkonsum erreicht werden kann. Als Vorbild dienen Länder wie Portugal und Kanada, die Drogenbesitz und -konsum entkriminalisiert haben und zeigen, wie sinnvolle Drogenpolitik gestaltet werden kann, die Konsumierende nicht unter Generalverdacht stellt und Problemen vorbeugt.

Aufklärung

Jedem Mensch sollte die Verantwortung über Handlungen, die den eigenen Körper und die Psyche betreffen, zugestanden werden. Das hört bei der Drogenpolitik nicht auf, deshalb fordern wir ein Recht auf Rausch. Dafür braucht es mündige Konsumierende. Kinder und Jugendliche müssen frühzeitig, d.h. schon in der Schule, über Wirkung und Risiken von Drogen informiert werden. Dabei sollen Aufklärung und Suchtprävention ein fester Teil des Lehrplans sein. Auch außerhalb der Schule fordern wir kostenlose Weiterbildungsmöglichkeiten für jede*n zum sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Drogen. Statt bloßer Verteufelung muss endlich mit Vernunft an das Thema herangegangen werden. Alle Welt weiß: Jugendliche davon abzuhalten, sich auch wider dem Gesetz auszuprobieren, ist unmöglich. Es braucht daher einen politischen Ansatz, der aufklärt und gegebenenfalls unterstützt, statt Konsumierende zu kriminalisieren. Eine solche Drogenpolitik bildet und schützt, statt auszugrenzen und zu verfolgen.

Prävention

Die Suchtprävention muss verbessert werden. Neben umfassender theoretischer Aufklärung setzen wir auf praktische Maßnahmen, um Konsumierende zu schützen und ihnen wenn nötig zu helfen. Dazu gehören Dienstleistungen wie Drug-Checking, um Substanzen auf ihre Reinheit zu testen und gefährlichen Nebenwirkungen, durch Verunreinigungen und Streckmittel, vorzubeugen. 
Darüber hinaus müssen staatlich lizensierte Abgabestellen für bestimmte Substanzen eingerichtet werden, um einen legalen Konsum zu ermöglichen und Schwarzmärkte auszutrocknen, denn wo der Staat nicht eingreift, bestimmen Kriminelle den Handel. Dies schließt ein, dass auch die Herstellung von Substanzen staatlich überwacht wird, da die Zusammensetzung von auf der Straße gehandelten Rauschmitteln stark variiert und somit keine eindeutige Aussage über Risiken und Nebenwirkungen getroffen werden kann.
Außerdem müssen zusätzliche Stellen in der Drogenberatung und Konsument*innenbetreuung mit angemessener Bezahlung und fairen Arbeitsbedingungen geschaffen werden, denn ein zu großer Teil dieser Arbeit wird noch immer von Ehrenamtlichen geleistet.

Rehabilitation

Es muss zudem endlich ausreichende und niedrigschwellige Angebote für suchtkranke Menschen geben. Auch aus Angst vor Strafen und staatlicher Repression haben viele Personen Vorbehalte sich an helfende Einrichtungen zu wenden. Um Suchtkliniken zu fördern, braucht es mehr Personal, was sich nur durch faire Löhne und einen Arbeitsplatz mit guten Rahmenbedingungen wird finden lassen. 

Sicherer Konsum

Für einen sichereren Konsum sollten mehr öffentliche Drogenkonsumräume geschaffen werden. Diese Einrichtungen vereinen viele positive Aspekte: Durch Injektionsutensilien kann ein hygienischer und risikoärmerer Konsum gewährleistet werden, sodass das Risiko für eine drogenassoziierte Erkrankung (z.B. HIV) reduziert wird. Außerdem wird mit Hilfe von Berater*innen vor Ort das Risiko für Überdosierungen und im Zweifel Drogentote gemindert. Bei Notfällen, stehen Ersthelfende bereit. Kostenintensive Einsätze von Notärzt*innen können reduziert werden. Die Safer-Use-Maßnahmen können Schäden des Drogenkonsums verringern und werden von den Konsumierenden häufig außerhalb der Konsumräume übernommen. Gerade in Städten besteht oft das Problem, dass Konsument*innen in der Öffentlichkeit (und auch vor Kindern) ihre Drogen konsumieren. Die Konsumräume könnten eine Verlagerung des Konsums begünstigen. Auch Abfall – etwa Spritzen – kann dann ordentlich entsorgt werden.

Medizinischer Nutzen

Cannabis hat schon längst medizinische Verwendung gefunden, das zeigt, Drogen haben nicht nur negativ Seiten. Marihuanna kann etwa als Schmerzmittel und gegen psychische Beschwerden eigesetzt werden. Dafür ist aber entscheidend, dass der Arzneimittelwirkstoff auch ausreichend zur Verfügung steht. In Deutschland wird aktuell nicht genügend medizinisches Cannabis angebaut, weshalb teure Importe nötig sind, um den Bedarf zu decken. Und das, obwohl bereits 2017 die Möglichkeiten, Cannabis medizinisch zu nutzen, stark erweitert wurden.
Auch andere Drogen wie LSD und Psilocybin („Pilze“) werden bezüglich medizinisch nutzbarer Eigenschaften und Wirkungen erforscht. Die Legalisierung würde hier ebenso den Zugang zu Substanzen zum Zweck der Therapierung verschiedener körperlicher und psychischer Erkrankungen ermöglichen, Suchttherapien können effektiver erforscht und neue Therapiemöglichkeiten entwickelt werden. 

Wir fordern:

  •  • Legalisierung aller Drogen
    • Aufklärung beim Umgang mit jeder Droge in der Schule beginnend.
    • umfangreiche Prävention für jünge und auch ältere Generationen
    • staatlich kontrollierte Herstellung, sinnvolle Regelungen bzgl. Anbau für Eigenbedarfszwecke
    • lizensierte Abgabestellen (zB. Apotheken)
    • Beratungspflicht zu Wirkung, Risiken und Zusammensetzung von gehandelten Drogen
    • bedingungslosen Beistand in jeder Lebenslage
    • Möglichkeiten für sicheren Konsum um Krankheiten sowie Drogentote zu vermeiden.
    • Nutzbarmachung bisher ausgeschlossener Substanzen für medizinische und therapeutische Zwecke/eine gute Zugänglichkeit für jeden Menschen, welchem Drogen zur Linderung medizinischer Probleme verhelfen