Oury Jalloh, von Polizisten ermordet.

Morgen jährt sich zum 15. Mal der Todestag von Oury Jalloh. Der vor dem Bürgerkrieg in Sierra Leone Geflüchtete wurde am 07.01.2005 an Armen und Beinen gefesselt in einer Gewahrsamszelle im Dessauer Polizeirevier ermordet und verbrannt. Die Polizei sprach und spricht seitdem jedoch von einer Selbstentzündung, obwohl mehrere unabhängige Gutachten dieser Version entgegenstehen. So wurde nicht nur das angeblich benutzte Feuerzeug erst später am Tatort gefunden, sondern enthielt auch nur tatortfremde Spuren.
Auch wies Jallohs Körper mehrere Verletzungen auf, die auf eine Misshandlung vor seinem Tod hinweisen. So erlitt er einen Bruch des Nasenbeines und des vorderen Schädeldaches sowie eine gebrochene Rippe. Schließlich wurde wahrscheinlich auch Brandbeschleuniger benutzt um das Anbrennen der eigentlich feuerfesten Matratze zu vereinfachen. Seine Schreie, die durch das Mikro der zuständigen Person hallten, wurden angeblich aufgrund eines Anrufes leiser gestellt sowie der Feueralarm erst ignoriert und dann ausgestellt.
So reiht sich der Mord an Oury Jalloh in die lange Reihe der Polizeigewalt ein, strahlt durch seine offensichtliche Vertuschung jedoch aus dieser heraus. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Regierung Sachsen-Anhalts stellten Menschen, die ein gerechtes Urteil bezwecken wollten immer wieder Steine in den Weg wodurch mittlerweile es fast aussichtlos erscheint, dass der Mord an Oury Jalloh je als solcher offiziell anerkannt wird. Wir können jedoch zeigen, dass wir ihn trotzdem nicht vergessen. Dass wir kein Opfer von staatlicher Gewalt und strukturellem Rassismus vergessen!

Morgen findet um 14.00 vor dem Dessauer Hauptbahnhof die Gedenkdemonstration für Oury Jalloh statt. Falls ihr es nicht auf die Straße schafft, dann ruft es zumindest ins Netz hinaus:

OURY JALLOH, DAS WAR MORD!

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