TROTZ[T] ALLEDEM! – Jetzt erst Recht.

Die Verkündung des katastrophalen Wahlergebnisses liegt wenige Tage zurück und steckt uns allen noch tief in den Knochen und vieles wird in respektvollem Miteinander aufzuarbeiten sein. Wir bemühen uns derweil lieber um ein erstes kleines Fazit zu unserer Jugendkampagne:

Im Herbst 2018 hat sich das Wahlkombinat, das sich um unsere 6 jungen Kandidierenden Anna, Paul, Jenny, Jakob, Pauline und Daniel und unsere Wahlkampfkoordinatorin Nele gesammelt hat, zusammengefunden. Viele regelmäßige Treffen fanden seitdem statt – persönlich, in Telefon- und Videokonferenzen, als Großgruppe und in insgesamt 4 Arbeitsgemeinschaften. Wir haben ein Landesjugendwahlprogramm verfasst, das sich auf Grundlage unseres neuen Grundsatzprogramms aus dem letzten Jahr auf 6 Kampagnenschwerpunkte beschränkt: Antifaschismus, Bildungspolitik, Mitbestimmung & Demokratie, Feminismus, „Stadt, Land, Mobilität“ sowie Innere (Un-)Sicherheit. Da es uns wichtig ist, möglichst vielen jungen Menschen unsere Ideen und Ansichten zugänglich zu machen, gibt es das Programm auch als Hörfassung bei diversen Plattformen (Spotify, YouTube, Soundcloud, Deezer), übersetzt in englischer Sprache sowie als bebilderte Version in leichter Sprache.

Zu den sechs Themen haben wir Sticker und Plakate erstellt, auf deren Rückseite die Programmtexte abgedruckt waren – doppelte Nutzung quasi. Dazu haben wir weitere Wahlkampfgimmicks erstellt, die uns richtiggehend aus den Händen gerissen wurde. Von kleinen Bonbondosen („Süß wie der Sozialismus“) über Longpapes („Grün rauchen, rot wählen“) bis hin zu Aufnähern und Klebetattoos mit politischen Botschaften (die tatsächlich der Bringer sind wenn es darum geht, mit Menschen ins Gespräch zu kommen).

Die 5 Wochen vor der Landtagswahl waren wir quasi ununterbrochen auf Tour durch alle 13 Landkreise und kreisfreie Städte Sachsens und haben dies auch kontinuierlich in den sozialen Medien begleitet. Wir waren auf Festivals, Skateparks, Marktplätzen, Demonstrationen, Straßenfesten, bei Skateanlagen und Jugendhäusern und manchmal sind wir auch schlichtweg materialverteilend durch die Dörfer gezogen. Und egal ob in Dippoldiswalde, Weißwasser, Bischofswerda, Meißen, Brand-Erbisdorf, Geithain, Plauen, Schneeberg, Remse, Torgau oder einer der anderen vielen kleineren und größeren Städte die wir besucht haben: Überall konnten wir gute Gespräche mit engagierten jungen Menschen führen, interessante Einblicke gewinnen und haben viel positives Feedback für unser Engagement und unsere politischen Ansätze bekommen. Und dafür, dass wir uns für ihre Sorgen und Nöte interessieren und sie zur Beteiligung einladen, auch wenn sie noch keine 18 Jahre alt sind. Aus diesem Grund bin ich der festen Überzeugung, dass sich all unser Engagement am Ende auszahlen wird und überhaupt nichts umsonst war, auch wenn sich dies im Wahlergebnis gerade nicht unbedingt wiederspiegelt. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an alle Genoss_innen, die uns bei der Planung und Umsetzung unterstützt haben – alles in allem war es eine großartige Zeit.

Bei allem Ärger und Unverständnis, den das Wahlergebnis mit sich bringt, gilt es nun nach vorn zu schauen. Die Mehrheit der Erstwähler_innen hat ihre Stimme an eine der R2G-Parteien gegeben – sie sind die Altersgruppe, in denen uns (nach den Menschen Ü60) die meisten Wähler_innen ihre Stimmen gegeben haben. Auch das gibt Hoffnung und damit können wir arbeiten. Es gilt also: Schütteln, reflektieren, weitermachen. Trotz alledem und mehr denn je!

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