Verhütung in heterosexuellen Partner:innenschaften ist unfair.

Disclaimer: Im Text wird vereinfacht von männlicher und weiblicher Verhütung bzw. von Frau und Mann gesprochen. Dabei ist uns die Problematik der binären Darstellung bewusst. Nicht alle Menschen, die Spermien produzieren, sind Männer. Nicht alle Menschen, die schwanger werden können, sind Frauen. Wir beziehen uns ausdrücklich auf alle Geschlechtsidentitäten!
Verhütung in heterosexuellen Partner:innenschaften ist unfair.
Außer dem Kondom, gibt es für Männer derzeit keine massentaugliche Möglichkeit zu verhüten. Die Verantwortung liegt daher meist allein bei den Frauen.
Eine Studie aus dem Jahr 2005 zeigt, dass 61% der Männer bereit wären, mehr Verantwortung bei der Verhütung zu übernehmen. Doch trotz vorhandener Bereitschaft hat sich seit Jahrzehnten nichts getan.
Tatsächlich wurde an alternativen Verhütungsmethoden für Männer vielfach geforscht – doch kein Produkt hat es bisher auf den Markt geschafft. Woran liegt das?
Mit der Pille für die Frau erzielen Pharmaunternehmen mit wenig Aufwand sehr hohe Einnahmen. Hormonelle Verhütungsmethoden für den Mann hingegen sind keine rentable Einnahmequelle. Die Forschung voranzutreiben ist teuer und zeitaufwändig. Daher hat die Pharmaindustrie auch nur wenig Interesse daran. 
Was könnten anwendbare Alternativen sein?
Die Verhütungsspritze für den Mann (eine Kombination aus Testosteronspritze und Gestagen, die einmal im Monat verbreicht wird) erwies sich als wirksam und kam bei 90% der Testpersonen gut an. Jedoch beklagten sich 10% der Teilnehmenden über Nebenwirkungen wie Akne, Libidoveränderung und Stimmungsschwankungen, weshalb die Studie aus Sicherheitsgründen gestoppt wurde.
Die gleichen Nebenwirkungen können übrigens auch bei hormonellen Verhütungsmittel für die Frau auftreten.
Das Vasalgel wird in die Samenleiter injiziert und beschädigt die durchdringenden Samen so, dass diese unbeweglich werden und keine Eizelle befruchten können. Bisher konnte jedoch nicht bewiesen werden, dass diese Methode vollständig rückgängig gemacht werden kann. Ein großes Problem bei der Weiterentwicklung dieser Methode ist die Finanzierung. Da das Vasalgel nur einmal alle 10 Jahre injiziert werden muss, bringt es den Pharmakonzernen nicht so viel Umsatz wie die Anti-Baby-Pille, die regelmäßig über Jahre verabreicht wird.
Clemens Bimek ist Entwickler, und bisher einziger Träger, des Samenleiterventils (@the_sperm_switch). Dieses wird in die Samenleiter im Hodensack implantiert und kann von der tragenden Person selbst umgeschaltet werden. Im geschlossenen Zustand werden die Spermien aus der Samenleiter abgeleitet, sodass sie nicht mehr ins Ejakulat gelangen. Der operative Eingriff ist risikoarm und ermöglicht es, das ganze Leben lang sicher zu verhüten.
Doch auch hier fehlt es an großen Investor:innen. Derzeit versucht er die Weiterentwicklung über Crowdfunding zu finanzieren.
Wir fordern mehr Solidarität und Gleichberechtigung bei der Verhütung!
Dafür müssen aber erst entsprechende Verhütungsmethoden auf dem breiten Markt zugänglich sein. Dies wird derzeit immer noch von dem profitorientierten Handeln der Pharmaindustrie verhindert, obwohl das Interesse der Menschen vorhanden ist. Daher sollte womöglich auch die Verstaatlichung von Pharmakonzernen in Betracht gezogen werden, um allen Geschlechtern einen sicheren und risikoarmen Zugang zur Verhütung zu ermöglichen.
Für mehr Informationen zum Thema schaut bei @betterbirthcontrol vorbei!
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