In Zeiten des weltweiten Rechtsrucks und der massiven Kürzungspolitik in Deutschland, Sachsen und dessen Kommunen sehen sich linke Orte wie AZs, AJZs, Clubs, Theater, Cafés, Veranstaltungsräume etc. zunehmend hohem Druck ausgesetzt. Nicht nur kommt es zu physischen Angriffen durch Cops und Neonazis, auch die steigenden Kosten zusätzlich zum finanziellen Kahlschlag bedrohen ihre Existenz. Zudem leiden viele Projekte unter Nachwuchsproblemen. Das alles führt dazu, dass bereits zahlreiche wichtige linke Orte ihre Türen schließen mussten.

Doch in der linken Szene selbst wird nicht nur die Bedeutung dieser unterschätzt, sondern es kommt zunehmend zu Angriffen auf selbstverwaltete Strukturen. Anstatt konstruktiver Kritik oder dem Aufbau eigener Projekte, fokussieren sich Gruppen auf das Ziel der Zerstörung bestehender erfolgreicher Strukturen.

Linke Politik wird maßgeblich in, durch und mit einer entsprechenden Subkultur verhandelt. Orte an denen Musik, Kunst und Kultur geschaffen werden, an denen gefeiert, gelernt, und sich ausgetauscht wird, sind unerlässlich. Besonders jene Orte, die selbstorganisiert funktionieren, stellen im Kleinen die Idee einer Gesellschaft dar, wie wir sie gestalten möchten: frei, selbstbestimmt und solidarisch! Als Rückzugsorte sind sie nicht nur ein „nice to have“, sondern essenzieller Bestandteil feministischer, queerer, antirassistischer und antisemitismuskitischer Arbeit. Gerade in Sachsen ist es unerlässlich, diese „safer spaces“ zu erhalten und weitere zu schaffen.